Musik Akademie Basel
JAZZCAMPUS
Fachhochschule Nordwestschweiz - Hochschule für Musik

Jazzcampus

David Virelles / Julio Barreto

Jazzcampus Session

Opener Band: David Virelles / Julio Barreto

Mi 06.11.2019 | Jazzcampus Club | 20:30

Kubanisches Gipfeltreffen im Jazzcampus Club: Der Pianist freut sich, erstmals mit seinem 16 Jahre älteren Landsmann zu spielen - einem der Heroes der Zuckerinsel.

David Virelles ist 1983 auf Kuba geboren, sein Vater war Singer-Songwriter, seine Mutter Flötistin und Musiklehrerin. Er erhielt vom siebten Altersjahr an Klavierunterricht und wurde am Konservatorium klassisch ausgebildet. In seiner Kindheit in Santiago war er von vielen Musikrichtungen umgeben. Er fand durch die grossväterliche Plattensammlung zum Jazz, entdeckte Bud Powell, Thelonious Monk und Andrew Hill und zog 2001 nach Kanada. Jane Bunnett wurde seine Mentorin, eine Flötistin und Sopransaxophonistin, die ihr spiel bei Steve Lacys Schule vervollkommnete und mit Don Pullen, Jeanne Lee und Sheila Jordan zusammenarbeitete. Er studierte in Toronto, wo ihm Oscar Peterson persönlich den ersten "Oscar Peterson Prize" überreichte. Barry Harris, Steve Coleman und Muhal Richard Abrams waren einflussreiche Privatlehrer, bei Henry Threadgill, einer zentralen Persönlichkeit für den neueren Jazz, studierte er ab 2009 in New York Komposition und begann mit Ben Street, Andrew Cyrille, Jonathan Finlayson und Chris Potter zu spielen und Musik aufzunehmen; Tomasz Stańko und Steve Coleman holten ihn ebenfalls in ihre Bands. Virelles geht aber auch den Spuren alter, ritueller afro-kubanischer Musik nach, übersetzt ihre Elemente musikalisch intelligent in die Gegenwart und schafft damit eine "Neue Weltmusik". 2017 erschien auf ECM "Ghosts", das einen vergleichbaren Ansatz mit grösseren Ensemble verfolgt und auf „futuristische afro-amerikanische Kammermusik“ zielt. 2015 gewann er in der Kategorie „Rising Star“ den Kritiker-Poll von Down Beat.

Julio Cesar Barreto Pénie, seit 2001 Dozent an der Hochschule für Musik FHNW, kam 1967 ebenfalls auf Kuba zur Welt und wuchs in einer musikalischen Familie auf – ein Onkel war Pianist bei Louis Armstrong und Komponist bei Benny Moré. Siebenjährig wurde Julio an die afro-kubanische Perkussion herangeführt und mit zwölf spielte er bereits an öffentlichen Anlässen. 1983 begann er ein klassisches Studium in Havanna, das er statt nach neun bereits nach sechs Jahren erfolgreich abschloss. Er arbeitete mit dem brasilianischen Gitarristen Laurindo Almeida, der kubanischen Sängerin Xiomara Laugart, Alfredo Rodríguez und der Gruppe Cuarto Espacio von Omar Hernández und wurde 1991 für sieben Jahre Mitglied des Ensembles Gonzalo Rubalcabas mit mehreren Welttourneen. Dabei spielte er mit den Bassisten Felipe Cabrera, Ron Carter, Charlie Haden, Miroslav Vitouš, John Patitucci oder Buster Williams. Zwei der fünf Alben, die er mit Rubalcaba aufnahm, Rapsodia und Antiguo, erhielten Grammy-Nominierungen.
1995 gründete Barreto sein Trio mit Antonio Pérez und Manuel Orza und 1997 sein Cuban Quartet, mit dem er zwei Jahre später das erste Album unter eigenem Namen veröffentlichte. 1997 wurde er auch Mitglied von Roy Hargroves Crisol All Stars. Er nahm Musik mit Sophia Domancich, David Sánchez, Chucho Valdés, Steve Coleman, Stephan Kurmann, Adam Taubitz und Daniel Pezzotti auf und arbeitet u.a. mit Ann Malcolm, mit Katia Labèque und mit Dado Moroni.

David Virelles (p) /Julio Barreto (dr/perc)

Barbetrieb ab 20:00
Eintritt frei
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Jazzcampus Club | jeden Mittwoch | 20:30

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