Musik Akademie Basel
JAZZCAMPUS
Fachhochschule Nordwestschweiz - Hochschule für Musik

Konzerte

Bänz Oester & the Rainmakers

Afrika Mkhize (p), Ganesh Geymeier (ts), Bänz Oester (b), Ayanda Sikade (dr)

04. April 2016 | Beginn 20:30 | Eintritt CHF 25.-/18.-

"Ukuzinikela – LIVE IN WILLISAU", so heisst die CD der Regenmacher Bänz Oesters, taufrisch auf Enja erschienen und in JAZZ'N'MORE 2/16 als "Tipp der Redaktion" hochgelobt und besprochen:

Der einzige unerfreuliche Aspekt dieses Albums: Es erinnert daran, 2014 in Willisau ein grossartiges Konzert verpasst zu haben. Dabei ging Oesters südafrikanisch-schweizerischem Doppelzweier der Ruf voraus, aussergewöhnliche Musik auf die Bühne zu bringen. Eine modale Musik, die aus  den Traditionen beider Länder schöpft und eigene, die gleichermassen eine Unmittelbarkeit entstehen lässt und so fesselt, als ob sie gerade erfunden würde. Dieser Eindruck resultiert daher, dass die Songs weit mehr erspielt denn interpretiert werden. Auf der CD sind, anders als live, zwar keine südafrikanischen Lieder zu hören, sondern drei Oester-Stücke, Jacques Brels „Amsterdam“ und Lieder von Christoph Rüegg, Otto Wolf und Artur Beul, alle werden jedoch auch in einem spürbar südafrikanischen Geist gespielt. Die Improvisationen und das Interplay entfachen aus der kleinen Glut einer einfachen Melodie immer wieder Momente grösster Intensität, sei es im Ausdruck purer Freude oder, auf der andern Seite der Skala, von Nachdenklichkeit – wie im „Schacher Seppli“, für den seit seiner Entstehung wohl kaum je eine so bewegende Version gefunden wurde. Sie beginnt wehmütig, aber unpathetisch und mündet in mitreissendes südafrikanisch loderndes Feuer.

Das Quartett ist ein Glücksfall: Oester weilte durch Pro Helvetia 2011 mit Andreas Schaerer am National Arts Festivall im südafrikanischen Grahamstown, lernte  den Pianisten Afrika Mkhize kennen und begegnete dem Drummer Ayanda Sikade wieder. Die drei schlugen sich jammend die Nächte so vergnüglich um die Ohren, dass es der Anfang eines neuen Projekts sein musste. Bänz nahm, eine weise Wahl, Ganesh Geymeier dazu, einst sein Schüler, ein erdig-archaisch klingender aufstrebender schweizerisch-indischer Tenorist, der zwar hörbar von afroamerikanischen Heros beeinflusst ist, daraus jedoch eine eigenständige Spielweise entwickelt, die nie epigonal wirkt. Er passt ideal zu den beiden Südafrikanern, die eine Lebendigkeit und Unmittelbarkeit in die melodiösen Songs bringen, wie sie selten zu hören ist. Ein Lied wie „Nach em Räge schint d’Sunne“,  1945 vom Jodelduo Marthely Mumenthaler und Vrenely Pfyl aufgenommen, wirkt aus heutiger Perspektive wahlweise kitschig oder – wie bei Michi von der Heide – als (ungewollte?) Parodie auf die heile (Schweizer) Welt. Aus dem „Bluemetrögli“ befreit, entsteht aus der simplen Melodie Heftigkeit und ein gutes Stück. Mit drei Eigenkompositionen liefert Oester jedoch den Boden für den Höhenflug gleich selbst, von dem aus die Rainmakers ihre Regenbogen ziehen: Über das  Spektrale hinaus leuchten, besonders in „Philadelphia“ und im balladesken „Alone Again“ Farben und Emotionen aus Rhythmen und Klängen, von denen man nicht genug haben kann und sich schwört, The Rainmakers baldmöglichst – schon im April – live in concert zu geniessen.