Musik Akademie Basel
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Fachhochschule Nordwestschweiz - Hochschule für Musik

Konzerte

Blöchlinger Revisited

TownBeat

Blöchlinger Revisited

Do 19.04.2018 | Jazzcampus Club | 20:30

"Die Hommage an den Saxophonisten Urs Blöchlinger (1954–1995) fördert Musik zutage, die mindestens so gut klingt, wie der jüngste Jazz-Trend", so die Stanser Musiktage zum Projekt, das sie selbst initiiert haben. Urs Blöchlinger?

"Ob Free Jazz oder nicht: Urs Blöchlinger war eine der schillerndsten Figuren der Schweizer Jazzszene, seine Arbeiten hatten ein ganz eigenes Gepräge und fanden zahlreiche Bewunderer. Christoph Baumann bezeichnet die Musik seines Freundes als 'eine Mischung zwischen Free Jazz und Kinderliedern'. Und der Schlagzeuger Dieter Ulrich, der an unzähligen Projekten Blöchlingers beteiligt war, bewunderte an ihm ganz besonders seine Flexibilität und seine Offenheit nach allen Seiten. Ulrich über Blöchlinger: 'Er war wie ein Staubsauger, der alles aufnahm, was ihm unterkam (…). So habe ich irgendwann, als wir probten, eine Schlagzeugübung ausgecheckt. Blöchlinger bastelte daraus sofort ein tolles Stück Musik. Da kam alles darin vor, in dieser Musik: Mingus, Fletcher Henderson, Gamelan, Monk, das Art Ensemble." (aus "Jazz in der Schweiz", Hrsg. Bruno Spörri).

Wer wäre besser geeignet als Christoph Baumann und Dieter Ulrich, sich zusammen mit Blöchlingers Sohn Linus, Sebastian Strinning, Beat Unternährer, Neal Davis (Toronto, hat schon in Kanada Musik Blöchlingers aufgeführt) und Silvan Schmid, der Musik des Aargauer Saxophonisten anzunehmen, der gerade mal knapp 41 Jahre alt wurde? Hauptaspekt dabei seien die improvisatorischen Erweiterungen und Ausflüge auf der Basis vorhandenen Materials einerseits, Neubearbeitungen und Arrangements von Stücken anderseits.

Urs Blöchlinger trat mit der Concert Jazz Band George Gruntz' auf, spielte in Ensembles Carla Bleys und mit Musikern wie Hans Koch, Werner Lüdi, Peter Schärli, John Wolf Brennan, Martin Schütz, Fredy Studer, Christy Doran, Hämi Hämmerli, Thomas Dürst, Burhan Öçal, Alfred Zimmerlin, Hans Kennel oder Tom Varner, mit dem er zusammen mit Baumann auch im Trio spielte. Er trat mehrmals am Jazzfestival Willisau auf, und seine Bands trugen Namen wie das berühmte Jerry Dental Kollekdoof, wie Cadavre Exquis, La Girafe Bleu, Rezessionsorchester, Kutteldaddeldu oder, in Anlehnung an Absagen der Veranstalter, Don't Call Back – We Let You Know. Er arbeitete über den Röstigraben hinweg mit Musikern wie Jacques Demierre und Olivier Magnenat oder oft auch im Theaterbereich. Die letzte Aufnahme vor Blöchlingers Tod entstand mit dem Ensemble Heiliger Bimbam, zusammen mit dem Zürcher Pianisten Urs Voerkel (1949–1999).

Lino Blöchlinger (sax), Sebastian Strinning (cl), Beat Unternährer (tb), Silvan Schmid (tp), Christoph Baumann (p), Neal Davis (b), Dieter Ulrich (dr)

19:30 Uhr Barbetrieb
Eintritt: 25 CHF / 18 CHF (ermässigt)