Musik Akademie Basel
JAZZCAMPUS
Fachhochschule Nordwestschweiz - Hochschule für Musik

Konzerte

Kampflieder Quartett

TownBeat

Kampflieder Quartett

Mo 11.12.2017 | Jazzcampus Club | 20:30

Beim Kampfliederquartett ist der Name Programm: Gespielt werden sozialistische Kampf- und Arbeiterlieder sowie Partisanen- und KZ-Lieder aus dem Kampf gegen den Faschismus aus Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich und Russland. Der Jazz war bereits in seinen Ursprüngen eine Musikform mit gesellschaftspolitischer Relevanz (Klassengesellschaft), die er im Laufe des letzten Jahrhunderts immer wieder unter Beweis gestellt hat. Man denke nur an seine Rolle beim Kampf der Afro-amerikanerInnen gegen offenen, verdeckten und institutionellen Rassismus, entartete Kunst im Nazireich oder seine Funktion in der Zeit der DDR.

Wenn also Jazz (auch) eine Musik des Widerstandes ist - wie soll er denn in Zeiten klingen, in denen der Schrei nach autoritären Regimes überall wieder lauter wird? In denen die neoliberale Wahnidee dem Kapitalismus unverholen den Boden bereitet? In denen Grund und Wasser nicht nur verschmutzt, sondern auch privatisiert werden? In denen der Zwang zum Konsum die Leute auf der einen Hälfte der Erdkugel im Griff hat und dafür die andere Hälfte ausbeutet?

Unsere Antwort ist simpel: Der Jazz soll seine ungehobelte Kraft, sein ungestümes und unberechenbares Wesen dafür einsetzen, zumindest für einen Moment das Rauschen von Konzernen und Konsum zu brechen. Dazu passt die revolutionäre Energie der Kampflieder bestens – die sanglichen Melodien und einfachen Songformen geben den Rahmen für etwas Grösseres, Kollektives, Verbindendes. Und hier kommt nun das Spiel in den Fokus: Genauer genommen geht es darum, die symbiotische Frontline „Kempendorff/Weidekamp“ mit der kraftvollen Rhythmusgruppe „von Grünigen/Andrzejewski“ zu paaren, damit sich die Spielfreude ungebremst Bahn brechen kann. Das Kampfliederquartett soll eine schnelle, mobile Einsatztruppe sein, in der es viel Platz zum Energy-Playing gibt und in der der spontane Umgang und das Improvisieren mit und in den Stücken DAS ästhetische Konzept ist. Kein künstliches Abstrahieren oder vermeintliches Aufwerten der Stücke durch komplizierte Arrangements oder ausgedehnte Reharmonisation .In der Jazzgeschicte haben auf jeden Fall die beiden Tenor/ Alt Verbindungen Coltrane/Dolphy und Marsh/Konitz Pate gestanden.

Zur Bandkonfiguration: Die Verbindungen der Berliner Musiker sind vielfältig: Die beiden Holzbläser kennen sich seit über 10 Jahren und spielen in fast ungezählten Bands (u.a. in KvG‘s BOTTOM ORCHESTRA) und Gelegenheitssettings zusammen – in diversen Fällen auch mit Max Andrzejewski. Die Schweizer Schnittstelle bildet Kaspar von Grünigen. Seit Benjamin Weidekamps Basler Residenz (2012 – Ende 2016) arbeiten die beiden oft und gerne zusammen. Seine Première erfuhr das Kampfliederquartett letztes Jahr einen Monat vor dem 1. Mai in Berlin, im Februar 2017 wurde ein Demo eingespielt, im März darauf kam es in Basel zum ersten CH-Gastspiel.

benjaminweidekamp.de
ulikempendorff.de
kasparvongruenigen.com
maxandrzejewski.de

Line-up: Benjamin Weidekamp (as/cl/bcl), Uli Kempendorff (ts/cl), Kaspar von Grünigen (b), Max Andrzejewski (dr)

unterstützt von Swisslos-Fonds Basel-Stadt

19:30 Uhr Barbetrieb
Eintritt: 25 CHF / 18 CHF (ermässigt)