Musik Akademie Basel
JAZZCAMPUS
Fachhochschule Nordwestschweiz - Hochschule für Musik

Konzerte

Cooperation Offbeat Jazzfestival Basel

Sheila Jordan und Big Band der HSLU

Mo 14.05.2018 | Jazzcampus Club | 20:30

"Remembering George Gruntz & Charlie Parker"

Sie war lange Jahre der Inbegriff dessen, was man unter "musician's musician" versteht: Eine Musikerpersönlichkeit, die eigentlich fast nur in Musikerkreisen bekannt ist und sehr geschätzt wird – und die darüber hinaus praktisch niemand kennt. Sheila Jordan wird am 18. November neunzig Jahre alt, ihren Nachnamen trägt sie seit der Heirat mit Charlie Parkers damaligem Pianisten. Sie studierte Anfang der Fünfzigerjahre bei Charles Mingus und vor allem bei Lennie Tristano, hatte jedoch bereits ein Jahrzehnt früher zu einer Phrasierung gefunden, die instrumental und wie eine Trompete klang. Sie trat mit Parker ebenso auf wie mit Thelonious Monk, Bud Powell, Sonny Rollins, Lee Konitz, George Russel oder Steve Swallow, fand aber erst in den Siebzigerjahren gebührende Anerkennung. Später arbeitete sie auch mit Steve Kuhn, Carla Bley oder Jeanne Lee und wurde für ihr ausgesprochenes Faible für den Bass bekannt, das ihre Zusammenarbeit sowohl mit Harvie Swartz als auch Cameron Brown belegt, mit dem sie seit Anfang der Nullerjahre und bis heute auf der Bühne steht. Sie gilt auch als Mentorin Theo Bleckmanns und gibt ihre immense Erfahrung bis in unsere Tage immer noch in Workshops weiter.

Die Zusammenarbeit mit George Gruntz begann in den frühen Achtzigerjahren: Nachdem Gruntz 1973 von der Pariser Oper (Rolf Liebermann) mit einer "World Jazz Oper" beauftragt wurde, fand 1982 unter dem Titel "Money" mit dem Libretto Amiri Barakas (LeRoi Jones) die Uraufführung einer fragmentarischen Version im New Yorker Theater La Mama statt. Im Jahr darauf stiess sie auch zur Concert Jazz Band von George und war 1985 mit Bobby McFerrin, Howard Johnson und Karlheinz Miklin Solistin bei "The Holy Grail of Jazz and Joy", jenem szenischen Gruntz-Oratorium am "steirischen herbst", das grossen Wirbel verursachte: Der von Fledermäusen bewohnte Schauplatz in der Nähe von Graz – die Lurgrotte, eine Tropfsteinhöhle  – löste heftigste Naturschutz-Proteste aus und erzwang eine ORF-Aufführung ohne Publikum. Und die "First Lady of Bebop" war zusammen mit Dee Dee Bridgewater und Mark Murphy auch 1988 bei Georges Uraufführung der Jazzoper "Cosmopolitan Greetings" in Hamburg mit Texten Allen Ginsbergs (Regie: Robert Wilson) mit von der Partie.

Es sind u.a. Kompositionen der Gruntz-Projekte "Money" und "Holy Grail of Jazz and Joy" zusammen mit Stücken Charlie Parkers, die Ed Partyka mit Sheila Jordan und der Big Band der Hochschule Luzern  zur Aufführung bringen wird: Spannend, Songs beider Legenden im gleichen Programm zu hören – und wer wäre prädestinierter als Sheila Jordan, Musik beider Grössen miteinander zu verbinden?

Sheila Jordan (voc), Benjamin Knecht, Mathias Landtwing, Michael Koller, Andri Schärli, Chris Sommer (sax), Pascal Fernandes, Martin Borner, Martin Gilgen, Nicolas Jäger (tp), Maurus Twerenbold, Jasmin Lötscher, Jonas Inglin, Sandro Willauer (tb), Nico Stettler (g), Kenny Niggli (p), Vito Cadonau (b), Noah Weber (dr), Ed Partyka (ld)

20:00 Uhr Barbetrieb

Eintritt: 25 / 18