Musik Akademie Basel
JAZZCAMPUS
Fachhochschule Nordwestschweiz - Hochschule für Musik

Konzerte

Miguel Zenon

Miguel Zenón Quartet

DI 14.11.2017 | Jazzcampus Club | 20:30

Miguel Zenón (as), Luis Perdomo (p), Hans Glawischnig (b), Henry Cole (dr)

Bereits zum dritten Mal gastiert der Saxophonist und Flötist Miguel Zenón mit seiner langlebigen Workingband für einen Workshop an der Hochschule für Musik/FHNW in Basel. Der Jazzcampus Club nützt die Gelegenheit, den aussergewöhnlichen Saxophonisten zusammen mit seinem Quartett auch auf der Bühne zu präsentieren:

Mit Luis Perdomo und Hans Glawischnig spielt Zenón seit 1999, das Quartett wurde drei Jahre später gegründet und ist bis auf eine einzige Position seither unverändert, Zenóns puertoricanischer Landsmann Henry Cole ersetzte 2005 den mexikanischen Drummer Antonio Sánchez, der damals in Pat Methenys Gruppe einstieg. Mit im Gepäck hat der Saxophonist sein neustes Opus: „Típico“, das er eben mit seinem so agilen wie optimistischen Quartett veröffentlicht hat, geht von andern Quellen als seine bisherigen Alben aus, die häufig vom Plena-Rhythmus seiner Heimat oder andern südamerikanischen Rhythmen geprägt waren. Wobei er zu diesen eigentlich auch erst fand, nachdem er Puerto Rico verlassen und sich nach einigen Studienjahren am Berklee College allmählich die Frage nach seiner Identität und Herkunft gestellt und dabei auch eine gewisse "patriotische" Seite entdeckt hatte.

Für „Típico“ schrieb Miguel Zenón Songs, für die er sich jeweils von einem Bandmitglied inspirieren liess, von einer musikalischen Idee, die für jeden seiner Musiker typisch ist – sei es ein Solo oder ein Riff. Bei Luis Perdomo beispielsweise ging er davon aus, dass der Pianist zuerst Musiker wie Cecil Taylor oder Albert Aylers kennenlernte und erst später zu solchen wie Bud Powell und McCoy Tyner gekommen ist. Diese Seite gebe es immer noch bei ihm, erklärte Zenón im Interview mit Downbeat und er habe dies immer super spannend gefunden. Deshalb habe er für ihn ein "Vehikel" in diese Richtung bauen wollen. Zenón transkribierte die Passage eines Solos, die er wirklich typisch und cool fand und schrieb das Stück so um die Idee herum, dass es sich aus diesem Raum heraus löst und öffnet.

Im selben Interview meinte Zenón, angesprochen auf den Saxophonton, wenn er Vokalisten höre – wie Frank Sinatra oder Ray Charles, die er liebe –, bewundere er, wie diese ihr Instrument völlig unter Kontrolle hätten und mit ihm verbunden seien. Als Instrumentalist gelte es, ebenfalls zu diesem Punkt zu kommen, zu dieser kompletten Verschmelzung mit dem Instrument. Das sei eine aufwendige Arbeit, denn unsere Körper seien ja nicht von Natur aus für das Saxophon geschaffen. An diesem Punkt, seinem persönlichen Sound, arbeite er tagtäglich und übe sich darin, in diesen Ton zu kommen.

Zenón spielt(e) in den Bands von Ray Barretto und David Sánchez, mit Guillermo Klein und "Los Gauchos", Charlie Haden und dem "Liberation Music Orchestra", mit Fred Hersch, Kenny Werner und Steve Coleman. Als Gründungsmitglied gehört Zenón zum SFJAZZ Collective, das 2004 mit Bobby Hutcherson, Renee Rosnes, Nicholas Payton, Josh Roseman, Robert Hurst, Brian Blade und mit Arrangeur Gil Goldstein im Rahmen des San Francisco Jazz Festivals ursprünglich als Oktett entstand. 

For more info: www.miguelzenon.com 

19:30 Uhr Barbetrieb
Eintritt: 25 CHF / 18 CHF (ermässigt)