Musik Akademie Basel
JAZZCAMPUS
Fachhochschule Nordwestschweiz - Hochschule für Musik

Konzerte

Doppelkonzert

M0 23.10.2017 | Jazzcampus Club | 20:30

Eintritt: 30 CHF / 20 CHF (ermässigt)

Ambrose Akinmusire Quartet

Ambrose Akinmusire (tp), Sam Harris (p), Harish Raghavan (b), Justin Brown (dr)

Eben ist sein weltweit stark beachtetes Doppelalbum "A Rift In Decorum: Live At The Village Vanguard" erschienen und demnächst kommt Ambrose Akinmusire nach März 2016 bereits zum zweiten Mal nach Basel. Schon damals gab er mit seinem Quartett im Jazzcampus sowohl einen Workshop als auch ein Konzert. Seine Band ist bis auf eine Position unverändert – wie auch auf dem neuen, überwältigenden Opus ist Justin Brown anstelle von Rodney Green an den Drums zu hören.

"Ich glaube immer stärker, dass ich ein Mensch der Extreme, der polaren Gegensätze bin", erklärt sich der aussergewöhnliche Trompeter in einem Interview, auf das Live-Album und seine Musik bezogen. Tatsächlich versteht er wie nur wenige, mit seinem Quartett Grenzen auszuloten zwischen einer an Morton Feldman oder Chopins "Nocturne" erinnernde Sparsamkeit und heftigsten Ausbrüchen in bester Freejazz-Manier. Er liebe es, Extreme auszuprobieren, Dinge, die wirklich direkt seien, mit Dingen zu kombinieren, die ganz und gar nicht direkt seien, und beides aneinander zu reiben. Dazu hat Akinmusire die richtigen Leute um sich: Sam Harris' Spektrum reicht bei aller Eigenständigkeit von Lyrismen ähnlich eines Bill Evans oder Brad Mehldaus bis zu körperbetonten Cluster, wie sie Cecil Taylor als einer der ersten Pianisten einsetzte, Bassist Harish Raghavan weiss als verlässlicher und gleichzeitig flexibler Stabilisator das Quartett zu erden, auf seine Dienste bauen sonst auch so unterschiedliche Musiker wie Vijay Iyer, Eric Harland oder Kurt Elling. Und Justin Brown ist als Weggefährte Akinmusires seit zwanzig Jahren und der gemeinsamen Berkeley High School in Kalifornien der so speedige wie feine Drummer, den der 35-jährige Trompeter zumeist an der Seite hat.

Es war der allgemein in Jazzkreisen als äusserst hilfreich und offen bekannte Saxophonist Steve Coleman, der Ambrose als 19-Jährigen mit seinen Five Elements mit nach Europa nahm. Entdeckt hatte er den Sohn nigerianischer Eltern im Berkeley Abitur Jazz Ensemble. Im Monk Institute in Los Angeles arbeitete Akinmusire mit Herbie Hancock, Wayne Shorter und Terence Blanchard. „Ich spielte mit Joe Henderson, Donald Bailey und Billy Higgins – aber mit Steve Colmans Band war’s einfach verrückt, überwältigend, auch die Beziehung zu Jason Moran, der mir vom Alter her am nächsten ist, ist enorm wichtig für mich“, erklärte er mal im Down Beat. Und zur Frage der religiösen und spirituellen Komponente in der Musik, das sei eine der Seiten, für die er Wayne Shorter so liebe. „Die meisten gehen in diese Welt hinein und sagen danach, ‚es hat Spass gemacht‘. Aber Wayne ist da, zu 100 Prozent, und er bleibt da. Das ist, was ich auch erreichen möchte und was auch ein paar andere versuchen, die darum wissen, aber die meisten von uns kennen das nicht. Joni Mitchell war dort und auch Trane.“

Wolfgang Muthspiel Quintet

Wolfgang Muthspiel (g/comp), Ralph Alessi (tp), Jon Cowherd (p), Scott Colley (b), Eric Harland (dr)

Eine "bezwingend poetische, harmonische Musik" nannte Peter Rüedi in seiner Jazzkolumne die Songs von "Rising Grace", Wolfgang Muthspiels letztem Album, das vor einem Jahr auf ECM erschien. "Eine entspannte kollektive Musik, in welcher jeder mehr an den Zusammenhang denkt als an Selbstverwirklichung, das heisst, in der beides zusammenfliesst in die synergetische Gesamtwirkung, die grösser ist als die Summe der einzelnen Teile". Das erfolgreiche Opus wurde in zahlreichen ausverkauften Konzerten sowohl in den USA als auch in Europa bejubelt und enthusiastisch gefeiert.

Für die kommende Tour mit Konzerten in Skandinavien, Portugal, Deutschland und im Jazzcampus scheut sich der Wiener Gitarrist nicht, neue Wege zu beschreiten und sein Quintett zwar neu, aber nicht weniger prominent zu besetzen:
Ralph Alessi war im Juli bereits Teil des Quintetts. Mit seinem runden Trompetenton und seinen erfinderischen Improvisationen hat er sich in seiner Heimatstadt den Ruf erspielt, eine der wichtigsten Stimmen der New Yorker Jazzszene zu sein, was auch seine Zusammenarbeit mit Steve Coleman, Ravi Coltrane oder Uri Cain belegt.
Den Pianisten Jon Cowherd lernte Wolfgang Muthspiel durch den gemeinsamen Freund und musikalischen Weggefährten Brian Blade kennen, in dessen Band "Fellowship" Cowherd auch eine tragende Rolle als Komponist einnimmt. Darüber hinaus spielt er in Cassandra Wilsons Band und veröffentlichte kürzlich das Album "Mercy" mit Bill Frisell, John Patitucci und Brian Blade.
Wieder mit dabei ist Scott Colley, dessen gleichzeitig erdiger und äusserst interaktiver Bass bereits auf der Frühlingstour des Quintetts von zahlreichen Kritikern hervorgehoben und gelobt wurde. Gemeinsam mit dem mehrfach Grammy-Nominierten Eric Harland am Schlagzeug wird er ein betont grooviges und dennoch sehr sensibles Fundament bauen, auf dem sich das ebenso intelligente wie lyrische Spiel des Gitarristen und die Musik seines Quintetts optimal entfalten.

Zu geniessen sein werden ausgewählte Stücke von "Rising Grace" und neue Muthspiel-Songs, Musik mit dynamisch fliessender Energie, die sich im feinen Zusammenspiel der fünf Künstler entfaltet und ihre bezwingend poetische, harmonische Kraft entwickeln wird.

"With these two breakout albums on ECM, Muthspiel enters the first echelon of current jazz guitarists" (Thomas Conrad, JazzTimes)

"Wolfgang Muthspiel is a shining light of the contemporary jazz-guitar generation(The New Yorker)

"One of the most respected jazz guitarists working today, the Austrian musician has spent his career straddling borders, be they sonic or geographic." (Tom Cole, National Public Radio)

Mit freundlicher Unterstützung von Ueli Bier – Brauerei Fischerstube! 

19:30 Uhr Barbetrieb